In Mode – Kleider und Bilder aus Renaissance und Frühbarock

Mit der Sonderausstellung »IN MODE« präsentiert das Germanische Nationalmuseum erstmals seine international einzigartige Sammlung frühneuzeitlicher Kleidung. Rund 50 seltene Originalkostüme werden durch Porträts, Gemälde, Grafiken sowie ausgewählte historische Quellen ergänzt und in ihren kulturellen Kontext eingeordnet.

Zu Beginn der Ausstellung begegnen die Besucher einer Inszenierung aus großformatigen Projektionen, die auf ein problematisches Kapitel der Sammlungsgeschichte verweist: In den 1950er Jahren wurden einige der historischen Kleidungsstücke für eine Modenschau verändert und umgeschneidert. Der heutige, deutlich weniger einwirkende Umgang mit den Textilien wird unter anderem durch leuchtende Präsentationsflächen sichtbar, die an Seziertische erinnern und einzelne Fragmente der Kleidung behutsam in Szene setzen.

Die Ausstellungsgestaltung inszeniert die Exponate in einer eleganten und zugleich spannungsvollen Präsentation. Ähnlich wie auf einem Laufsteg werden die Kleidungsstücke in verspiegelten Vitrinen von allen Seiten sichtbar gemacht. Dadurch wirken sie besonders lebendig und räumlich erfahrbar. Gleichzeitig betont die Ausstellung ihren hohen Wert für die Mentalitäts- und Kulturgeschichte. Durch räumliche Nischen, farbliche Kontraste und die Verbindung der Kleidungsstücke mit weiteren Exponaten werden Mode, Gesellschaft und Lebenswelt der Renaissance und des Frühbarock für die Besucher anschaulich und nachvollziehbar.

Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, 2016
Grösse: 900 qm
für neo.studio neumann schneider architekten
Leistungen: Ausstellungsdesign, Grafikdesign
Fotos: Tobias Wille