Frauensache – Wie Brandenburg Preußen wurde
600 Jahre nach dem Beginn der Hohenzollernherrschaft in Berlin und Brandenburg nimmt die Ausstellung FRAUENSACHE. Wie Brandenburg Preußen wurde erstmals konsequent die Rolle der Frauen der Dynastie in den Blick. Nach jahrelangen Forschungen rückt sie die Leistungen der Hohenzollerinnen in den Mittelpunkt. Die Ausstellung zeigt, dass der politische Aufstieg Brandenburg-Preußens ohne ihre Netzwerke, Heiratsstrategien und Einflussmöglichkeiten kaum denkbar gewesen wäre.
Das Gestaltungskonzept unterstützt diese neue Perspektive, indem es die komplexen historischen Inhalte räumlich und visuell erfahrbar macht. Die Besucher bewegen sich durch unterschiedlich gestaltete Themenräume, deren Architektur mit Formen, Raumaufteilungen und Farben arbeitet, um bestimmte Stimmungen und Fragestellungen zu vermitteln. So führt beispielsweise der Raum „Spielräume“, der sich mit Rollenbildern und Handlungsmöglichkeiten von Frauen beschäftigt, durch eine bewusst offene und teilweise irritierende Raumstruktur. Sie lässt die Besucher zwischen Orientierung und Verunsicherung navigieren und macht so die Spannungen zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Handlungsspielräumen erlebbar.
Ein zentrales Element der Gestaltung ist das Farbkonzept. Rund 30 sorgfältig abgestufte Farben strukturieren die Ausstellung und dienen zugleich als Leitsystem. Farbkontraste, Übergänge und Nuancen markieren Themenbereiche, erleichtern die Orientierung und erzeugen unterschiedliche atmosphärische Wirkungen. Die Farben wirken dabei nicht nur funktional, sondern auch symbolisch: Sie greifen historische und emotionale Assoziationen auf und unterstützen so die inhaltliche Erzählung der Ausstellung. Auch das grafische Konzept folgt dieser Idee. Typografie, Beschriftungen und grafische Elemente sind eng mit dem Farbkonzept verbunden und bilden zusammen ein visuelles Orientierungssystem. Dadurch können Besucher die Ausstellung intuitiv erfassen, während gleichzeitig Verweise, Metaphern und gestalterische Details zusätzliche Bedeutungsebenen eröffnen.
Theaterbau, Schloss Charlottenburg, Berlin, 2015
Grösse: 1200 qm
bei neo.studio neumann schneider architekten
Leistungen: Ausstellungsdesign, Grafikdesign
Fotos: Tobias Wille